Lesung vom 17.10.2018 mit Theodora Bauer

Lesung 17.10.2018

Die österreichische Autorin Theodora Bauer las am 17.10.2018 in unserer Bücherei Dostluk im Rahmen der Aktion "Geschichte in Geschichten" des Büchereiverbands Österreich aus ihrem Roman "Chikago". Die Lesung erfolgte in der alljährlich im Oktober stattfindenden Aktionswoche „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“.

Theodora Bauer wurde 1990 in Wien geboren. Sie maturierte 2008 in Eisenstadt mit Auszeichnung. In Wien studierte sie Publizistik und Kommunikationswissenschaft und Philosophie.  2014 veröffentlichte sie ihren Debutroman „Das Fell der Tante Meri“. Für ihr Theaterstück „papier.waren.pospischil“ gewann sie 2017 den 1. Preis beim Festival „Die Freiheit des Lachens“,  ausgeschrieben vom Salzburger Landestheater. „Chikago“, ihr zweiter Roman, erschien 2017. Seit September moderiert Theodora Bauer die Literatursendung literaTOUR von ServusTV.                                                                

Über den Inhalt des Romans "Chikago" schreibt der Picus-Verlag: "Feri und Katica leben Anfang der zwanziger Jahre in einem Gebiet des Aufruhrs und des Umbruchs und vor allem der Armut: an der noch jungen ungarisch-österreichischen Grenze. Die große Hoffnung heißt »Amerika«, vor allem für Feri, der die schwangere Katica mitnehmen will. Ein Unglück und das beherzte Eingreifen von Katicas Schwester Anica lassen die Auswanderpläne zur Flucht werden, nun sind sie zu dritt. Doch das Leben in Amerika ist nicht so gut zu den drei Auswanderern wie erhofft: Die Geburt ihres Kindes verläuft für Katica tragisch, Feri wird zum Säufer und Tagedieb, und bald muss Anica die Verantwortung für den kleinen Josip übernehmen …“

„Theodora Bauer verleiht ihren Protagonisten Seele, ihrer Geschichte Realismus, ihrem Schicksal Tragik und Schönheit: Ein großer Roman über die Sehnsucht nach einem besseren Leben."


Lesung vom 17.10.2017 mit Selim Özdogan

Am Dienstag, dem 17. Oktober 2017 fand in unserer Bücherei Dostluk eine Lesung im Rahmen der Aktion "Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek" mit dem deutsch-türkischen Schriftsteller Selim Özdogan statt.

Selim Özdogan wurde 1971 in Köln geboren und wuchs zweisprachig auf. Nach dem Abitur studierte er Völkerkunde, Anglistik und Philosophie. Vor dem Abschluss seines Studiums machte er sich als Schriftsteller selbständig. Nach seinem Debütroman „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“, erschienen zahlreiche Romane und Kurzgeschichten.

Selim Özdogan erhielt 1996 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler und 1999 den Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Buch „Zwischen zwei Träumen“ wurde für den Deutschen Science Fiction Preis 2010 als bester Roman nominiert. 2014 erhielt er das Galata Stipendium der Stadt Köln in Istanbul und 2015 ein Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen. 2016 wurde er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen und im Herbst verbrachte er drei Monate als Writer in Residence an der Universität von Michigan.

Selim Özdogan sprach über seine Tätigkeit als Schriftsteller. Er habe sich anfänglich überhaupt nicht als Autor von Migrantenliteratur gesehen, ehe er nach etlichen Romanen, Erzählungen, Essays und Kurzgeschichten „Die Tochter des Schmieds“ verfasste. Dieses Werk sollte ursprünglich ein eigenständiger Roman sein, später reizte ihn aber die Fortführung des erschaffenen Charakters und so entstand sechs Jahre danach „Heimstraße 52“. Dieser Roman thematisierte das Leben Güls als „Gastarbeiterin“ in Deutschland und ihre Rückkehr in die Türkei. Wieder sechs Jahre später folgte schließlich mit „Wo noch Licht brennt“ der Abschluss der Trilogie. Der Autor gab einen Überblick über den Inhalt dieser drei Romane und trug aus jedem einige Passagen vor.

Im Klappentext von „Wo noch Licht brennt“ ist über die Romantrilogie zu lesen: "Es ist das Leben einer beeindruckenden Frau, das Selim Özdogan mit viel Gefühl und Poesie, aber ohne Sentimentalität schildert. Ein Leben, das geprägt ist von Melancholie und Trennung ebenso wie von Warmherzigkeit und Anteilnahme. Er gibt damit jenen Frauen eine Stimme, die wir als kopftuchtragende Mütter und Großmütter aus dem Bus oder dem Supermarkt kennen, deren Alltagswelt den meisten jedoch unbekannt bleibt."

Danach präsentierte er seinen 2016 erschienen Roman „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“, in dem sich der Protagonist Krishna Mustafa, Sohn einer Deutschen und eines Türken, geboren in der Türkei und seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland, auf die Suche nach seiner Identität nach Istanbul begibt.

Kulturelle Identität war auch das zentrale Thema im anschließenden Gespräch mit dem Publikum.


Lesung vom 06.10.2016 mit Osman Engin

Am Donnerstag, dem 06. Oktober 2016 fand in unserer Bücherei Dostluk eine Lesung im Rahmen der Aktion "Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek" mit dem deutsch-türkischen Satiriker Osman Engin statt.

Osman Engin wurde 1960 in der Türkei geboren und lebt seit 1973 in Deutschland. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik in Bremen wurde er freier Schriftsteller. Er schreibt Satiren für Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk. Viele seiner Satiren wurden in überregionalen Printmedien wie der Frankfurter Rundschau, Taz und Titanic  sowie in deutschen, französischen, dänischen, holländischen, schwedischen und kanadischen Schulbüchern veröffentlicht. 2006 erhielt er den ARD-Medienpreis. Neben seinen zahlreichen Bänden mit Kurzgeschichten verfasste er satirische Romane.

 

Osman Engin las aus seinen Romanen „Deutschland allein zu Haus“ und „Lieber Onkel Ömer“. Daneben trug er einige der Satiren, die er für den deutschen Rundfunk und für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften verfasst hatte, vor. Im Zentrum seiner Werke  stehen Osman, seine Frau Eminanim, „die zweitgrößte Nervensäge des Mittleren Orients“, sein linksradikaler Sohn Mehmet, seine feministische Tochter Nermin und seine kleine Tochter Hatice. In seinem letzten Roman "Deutschland allein zu Haus", muss sein Protagonist Osman bei der Rückkehr vom alljährlichen Familienurlaub feststellen, dass die Neonazis zweitstärkste Partei geworden sind.

Der Autor erzählte von seinem Leben und von seiner schriftstellerischen Arbeit und schilderte vor jeder Geschichte, wie diese entstanden ist. Die meisten seiner Satiren beruhen auf wahren Ereignissen. Er verwendet als Grundlage neben seinen eigenen Erlebnissen auch diejenigen, die ihm von Freunden und Bekannten zugetragen werden und schmückt sie aus und überspitzt sie auf satirische Weise. So entstehen Geschichten, die sehr humorvoll und unterhaltsam sind, auf der anderen Seite jedoch dazu anregen, sich über Vorurteile bewusst zu werden. Ernste Themen wie Integration, Rassismus und Vorurteile werden den Lesern auf satirische Weise nähergebracht. Da Herr Engin in der Türkei geboren und mit 13 Jahren nach Deutschland gekommen ist, ist er in beiden Kulturen daheim und kann aus dieser Position die Eigenheiten beider Gesellschaften aufs Korn nehmen. Obwohl er in seinen Satiren auf deutsch-türkische Beziehungen eingeht, waren seine Geschichten aufgrund der sehr ähnlichen Verhältnisse in Österreich auch für das an diesem Abend anwesende Publikum gut nachvollziehbar.




Bücherei Dostluk  Link: http://www.dostluk.bvoe.at

Dostluk Kitap Kulübü'ne http://www.dostluk.bvoe.at adresinden ulaşabilirsiniz.

 



Katalog 5/2018 Gesamtkatalog 5/2018 895.7KB
Kitap öneri 03-2012 Çetingüleç.pdf 205.2KB
Kitap öneri 04-2004 Manisalı.pdf 245.0KB
Kitap öneri 2012 Avar ve Livanelli.pdf 152.7KB
Kitap öneri 2012 Devecioğlu ve Altun.pdf 138.5KB